Design the New Business - Neue Wege des Problemlösens (von @dthenewb)
Design-Thinking Materialien für Prototyping
Ich werde des Öfteren gefragt, was man denn so für die Prototyping-Phase in einem Design-Thinking Projekt braucht. Es kommt bei den Materialien immer darauf an, wie die Lösung eigentlich aussieht - und das ist im Prozess selten vorhersehbar.
Bei Rollenspielen im Service Design beispielsweise überhaupt keine Materialien zum Einsatz kommen. Je nach Offenheit und Zielgruppe sind aber durchaus Anzüge, Perücken oder sogar ganze Kostüme hilfreich, um die Interaktion so realistisch wie möglich abzubilden. Eine andere Möglichkeit ist zum Beispiel der Nachbau der Szenerie in Miniaturansicht - was eignet sich hier besser als LEGO? :-)

Karl Lagerfeld zeigt sich mit der revolutionierten Modewelt zufrieden. (Foto: HPI D-School)
Wenn wir in Richtung Mensch-Maschine-Interaktion denken, so fallen uns bei Webseiten oder (Geld-)Automaten typischerweise Mockups ein. Hilfreiche Utensilien hier sind große Papierbögen, verschiedene, bunte Stifte, Scheren, Kleber, Post-its und Tesafilm, mit der die Interaktion nachgespielt und getestet wird. Dank der Technik ist dies aber digital möglich, beispielsweise mit Wireframe-Software oder mit Hilfe eines Online-Conceptboards. Gleichzeitig erlaubt das Internet das kollaborative und zeitversetzte Arbeiten an Ideen. Und wenn man seine Idee nicht an einem Smart- oder Conceptboard gestaltet - so kann man diese Tools immer noch als Ideenspeicher und in der Research-Phase verwenden.

Auch auf einem Smartphone lassen sich prima Apps simulieren.
Hat man eine tiefe Tasche, so können ganze Objekte im Maßstab 1 zu 1 oder Räumlichkeiten erschaffen werden. Materialien hier reichen vom Werkzeug und Kleister bis hin zu Holzplatten, Gipsbeton, feinen Maschendraht und Stoffwänden! Bei der D-School in Potsdam gibt es eine entsprechende Werkstatt.

So sieht es meist nach einem Tag Design-Thinking an der D-School aus - dies bedeutet natürlich auch Aufräumen :-) (Foto: HPI D-School)
Bei meinen Hands-On-Workshops bediene ich mich zur Kreation kleinerer Gegenstände einem Bastel- bzw. Kreativmarkt. Aber auch an leeren Klopapier-rollen, benutzten Eisstielen, Playmais oder Wäscheklammern kann man sich bedienen. So sah zum Beispiel eine letzte Einkaufsliste für meinen Workshop in Wien aus:
Menge / Bezeichnung
1 Stück Papierschnur, 2mm, 30m-Knäul, Gelb
2 Stück Papierschnur, 2mm, 30m-Knäul, Schwarz
1 Stück Transparentpapier extrastark Din A4 Orange 10 Blatt
1 Stück Transparentpapier extrastark Din A4 weiß, 10 Blatt
1 Stück Strohhalme, bunt, 50 Stück, 22 cm
3 Stück Biegeplüsch, Stärke 9 mm, 10 Stk Sortiert
1 Stück Filzplatte 20x30 cm, Weiß
1 Stück Filzplatte 20x30 cm, Schwarz
1 Stück Filzplatte 20x30 cm, Tannengrün
1 StückLederbänder, 1 mm, Sortiment, 10 Stück à 100 cm
1 Stück Wickeldraht Stärke 0,65mm Grün, Rolle mit 100g
2 Stück Wickeldraht Stärke 0,65mm Geglüht, Rolle mit 100g
1 Stück Noris Club Aquasoft Kinder-Knete, 10 Stück
6 Stück Krepp-Klebeband, 50m lang, 19mm breit
3 Stück Cutter OFFICE, Klinge: 9 mm breit
2 Stück Edelstahlscheren-3er Set
3 Stück Schere Easy-Grip, Größe: 210 mm
1 Stück Mini-Holz-Wäscheklammern ca. 2,5 cm, ca. 100 St
1 Stück Holzklammern, 72x8mm, 50 Stück
1 Stück Basteltrends “Ganzjahr”, 322teilig
1 Stück Bastelpapierkoffer “Ganzjahr”, 110teilig
1 Stück Pompon-100 St. Größen & Farben sortiert
3 Stück 6er Klebe-Set von ´Stanger´
3 Stück Lyra Giotto Filzstifte Turbo Color 12er-Set

Ein Eimer voll Playmais - nicht nur für Kinder ein tolles Spielzeug!
Neben den Räumlichkeiten ist es wichtig, den Teilnehmern so viel Auswahl an verschiedenen Materialien wie möglich bereitzustellen. Ausnahmsweise ist Verschwendung erlaubt - nur so kann sich das kreative Potenzial voll entfalten. Dies gilt übrigens auch fürs Brainstorming. Nicht auszudenken, was sich an Kosten, Energie und Materialien für die Herstellung “unpassender” Produkte durch Design Thinking sparen lässt!
In Zukunft wird meiner Einschätzung nach noch 3D-Printing, Computer-Simulationen und 3D-Projektionen noch stärker Einzug in die Welt des Deisgn-Thinking Prototypings erhalten.
Seinen T-Shape zu kennen und darin zu wachsen - fundamental für Projekte und Design Thinking.
“The lead producer of festivalslab Rohan Gunatillake gives four reasons why new thinking and tools can produce better experiences” …
Bücher rund um Design Thinking
Nach meinem Hands-on-Workshop am Montag möchte ich hier noch einige Bücher auflisten, die das Thema Design Thinking und Humen-centered Design betrachten oder tangieren:
- The Design of Business: Why Design Thinking is the Next Competitive Advantage | Roger L. Martin
- Design Thinking | Hasso Plattner, Christoph Meinel, Ulrich Weinberg
- The Art of Innovation | Tom Kelley
- Change by Design: How Design Thinking Transforms Organizations and Inspires Innovation | Tim Brown
- The Back of the Napkin | Dan Roam
- Design School Confidential | Steven Heller und Lita Talarico
- Make Space: How to Set the Stage for Creative Collaboration | Scott Doorley
- Disrupt: Think the Unthinkable to Spark Transformation in Your Business |Luke Williams
- Business Model Generation | Alexander Osterwalder
- This is Service Design Thinking: Basics, Tools, Cases | Jakob Schneider
- Designing for Growth: A Design Thinking Toolkit for Managers | Jeanne Liedtka